17. - 19. März 2021: Aktion des Aktionsbündnisses zur Veröffentlichung des Kölner Gutachtens

Auf der Kölner Domplatte findet anlässlich der Veröffentlichung des Kölner Gutachtens eine Protestaktion statt, die mithilfe einer Plastik von Jaques Tilly und weiterer Kunstwerke auf die fortwährenden Missstände bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Bistümern und Orden aufmerksam macht.

Die rein juristische Bewertung der Verbrechen als "Aktenvorgänge" entlässt die Verantwortlichen in den Bistumsspitzen nicht aus ihrer moralischen Verantwortung den Opfern gegenüber! Echte Aufarbeitung verlangt weitere Schritte.

"Moral und Empathie" nach den "Zahlen und Akten", werte Herren!

 

März 2021: Die Betroffeneninitiative im Bistum Hildesheim ist Teil des Aktionsbündnisses

 

04.03.2021: Erstes Treffen der Arbeitsgruppe

Die informelle Arbeitsgruppe zwischen Betroffenen und Bistumsvertreter*innen hat zum ersten Mal getagt. Neben drei Betroffenen nahmen die Präventionsbeauftragte des Bistums, die Referentin des bischöflichen Beraterstabs, der Generalvikar und sein persönlicher Referent an diesem Treffen teil.

In einem gut zweistündigen Gespräch wurde sehr intensiv und zielorientiert über die unterschiedlichen Vorstellungen hinsichtlich der Einsetzung der Aufarbeitungskommission (s. "Wir und das Bistum") gesprochen. Zudem konnten uns erste Antworten auf unsere Fragen gegeben werden. Klar wurde aber, dass wir hier im Bistum noch einen weiten, aber hoffentlich letztendlich auch erfolgreichen Weg vor uns haben, damit den Betroffenen ein Stück weit Gerechtigkeit widerfahren kann. Alle Beteiligten sahen dieses Gesprächsformat als konstruktiv an, sodass es recht enggetaktet fortgesetzt werden wird.

 

01.03.2021: Zoomkonferenz mit Maria 2.0

Im Rahmen der Vernetzungsarbeit fand eine Videokonferenz mit der Betroffeneninitiative-Hildesheim und Maria 2.0 statt.

Es konnte dabei die Betroffeneninitiative-Hildesheim vorgestellt und ihre inhaltlichen Schwerpunkte erörtert werden. Es gab viele Fragen zum besseren Verständnis - in erster Linie zum Stand der Aufarbeitung und den Plänen im Bistum sowie den Angeboten für Betroffene. Zukünftig möchten beide Parteien enger miteinander kooperieren.

 

23. - 25.02.2021: Aktion des "Aktionsbündnis der Betroffenengruppen" auf der Domplatte in Köln

Parallel zur digitalen Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz findet auf der Kölner Domplatte eine Protestaktion, an der sich auch das Aktionsbündnis der Betroffenengruppen beteiligt. Als eine der neun Gruppen sind auch wir dabei - und ein Bild sagt da mehr als 1000 Worte:

(Fotos: J. Windel)

Hintergrundinformationen aus der Presse zu dieser Aktion und zur Online-Konferenz finden Sie [hier] und [hier].

 

18.02.2021: Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht

Die Betroffeneninitiative-Hildesheim und das Bistum Hildesheim möchten den Dialog weiter ausbauen, um an gemeinsamen Zielen der Aufarbeitung des sexuellem Missbrauch zu arbeiten und um in laufenden Prozessen im Bistum Hildesheim die Sicht der Betroffenen zu stärken.

Aus dieser Gesprächsgruppe sollen 3 Personen aus der Betroffeneninitiative-Hildesheim entstammen und 3 Personen aus dem Bistum Hildesheim (Frau Mederacke, Frau Menkhaus-Vollmer und Herr Garhammer).

Geplant werden 4 Gesprächstermine im Jahr, wobei es eine große Gesprächsrunde geben soll, die mit weiteren verantwortlichen Personen (der Beraterstab, Generalvikar Wilk und Bischof Wilmer) aus dem Bistum Hildesheim besetzt werden soll.

Gesucht werden dazu Personen, die selbst Leid erfahren haben oder Angehörige/Betreuer von Betroffenen sind. Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben sollten, melden Sie sich doch ganz unverbindlich per E-Mail oder Telefon.

 

03.02.2021: Aufruf zur strukturellen Beteiligung von Betroffenen lässt weiter auf sich warten

Laut der "Gemeinsamen Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland" vom 28.04.2020 sollen die Menschen, die von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland betroffen sind, als wichtige Akteur_innen in den Aufarbeitungsprozessen maßgeblich beteiligt werden. Dies wurde bis heute nicht umgesetzt.

Grund dafür ist der fehlende mediale Aufruf für Betroffene und der Wille mit den Betroffenen gemeinsam einen Rahmen für Betroffenenarbeit zu erstellen. Der Prozess für transparente, konsequente Aufarbeitung mit Betroffenen wird sich daher weiter verzögern. Leider bleiben die Betroffenen wieder einmal außen vor.

 

Januar 2021: Ein Künstler zeichnete meinen beschriebenen Gefühlszustand. Dafür nochmal vielen Dank!

                          

 

Januar 2021: Einsetzung einer Arbeitsgruppe zur Aufklärung eines Missbrauchsverdachts

In St. Petrus Wolfenbüttel setzt das Bistum nun erstmalig eine Arbeitsgruppe rund um den ehem. Richter Wolfgang Rosenbusch ein, um konkreten Hinweisen nachzugehen, nach denen ein dort eingesetzter Ruhestandsgeistlicher pädosexuell veranlagt war und in mehreren Fällen übergriffig geworden ist. Der nun Beschuldigte Georg M. verstarb 2019. Ein Zeuge hatte sich im Spätherbst 2020 an die Pfarreileitung gewandt und einen Übergriff geschildert – mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigt, dass im Jahr 2012 Anzeige gegen Georg M. erstattet wurde, die Taten jedoch verjährt waren. Die unabhängige Arbeitsgruppe soll nun die gesamte Priesterlaufbahn von 1969 bis 2019 in den Blick nehmen – die Rechercheergebnisse sollen vom Bistum veröffentlicht werden.

Sehr positiv hervorzuheben ist, dass die Pfarrei selbst aktiv informiert und den potenziell betroffenen Gemeindemitgliedern vielfältige Kontaktmöglichkeiten zu Ansprechpersonen (unabhängige Beratungsstellen, kirchliche Ansprechpersonen etc.) mitgeteilt hat – positiv auch, dass das Bistum nun eine tatsächlich unabhängige Arbeitsgruppe eingesetzt hat.

Offen bleiben die Fragen, ob dies nun auch in all den anderen bekannten Fällen passieren wird, ob auch bistumsintern nach Verantwortlichen gesucht wird, denen die Veranlagung von Georg M. ggf. bekannt war (Stickwort: Priesterakte) – und wann endlich auch ein Betroffenenbeirat und eine Aufklärungskommission, wie die Vereinbarung mit dem UBSKM sie vorsieht, eingesetzt werden.

 

Januar 2021: Vernetzung mit "Maria 2.0 im Bistum Hildesheim"

Letzte Woche gab es eine erste Videokonferenz zwischen Vertreterinnen von Maria 2.0 im Bistum Hildesheim und der Betroffeneninitiative im Bistum Hildesheim mit dem Ziel, einmal zu sondieren, wo thematische Schnittstellen sind und eine Vernetzung im Sinne von Aufarbeitung von Missbrauchsdelikten im Bistum stattfinden kann. Das Gespräch verlief sehr zielorientiert und beide Seiten sind nach wie vor an der Vernetzung interessiert - und bleiben am Ball!

 

Januar 2021: Zentrale Anlaufstelle für Frauen eingerichtet

Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine zentrale Anlaufstelle "Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden" eingerichtet. Diese Erst-Anlaufstelle ist über die Internetseite www.gegenGewalt-anFrauen-inKirche.de erreichbar und ermöglicht betroffenen Frauen kostenlose und anonyme Beratung nach geistlichem und/oder sexuellem Missbrauch in kirchlichen Kontexten einschließlich der Orden. Die Anlaufstelle versteht sich als Erstberatung und Krisenintervention. Ziel der Beratung ist es, ein möglichst weites Feld konkreter Handlungsmöglichkeiten für Betroffene aufzuzeigen.

 

Telefonat mit dem Erzbistum Hamburg am 05.01.2021

Eine ehrliche und wirksame Aufarbeitung kann nur gelingen, wenn die Perspektiven und Sichtweisen derer, denen in der katholischen Kirche Gewalt angetan wurde, konsequent berücksichtigt werden. Da es bis heute noch keinen Betroffenenbeirat gibt und Betroffene nicht einbezogen werden, habe ich mir erlaubt direkt in Hamburg anzurufen. Frau Monika Stein ist Leiterin des Referates Prävention und Intervention und Präventionsbeauftragte des Erzbistums Hamburg.

Frau Stein versicherte mir, dass in der kommenden Zeit zwischen dem 10.01.2021 - 20.01.2021 ein medialer Aufruf für Betroffene bundesweit erfolgen soll. Danach können sich die Betroffenen auf eine Mitwirkung im Betroffenenbeirat in den jeweiligen Diözesen und/oder für den Aufarbeitungsbeirat in der Metroplie bewerben.

 

01.01.2021 Start der Antragstellung für die Anerkennung des Leids

Es haben sich in der Vergangenheit auch ältere Betroffene an die Betroffeneninitiative Hildesheim gewandt, die nicht Computer-versiert sind. Um den Zugang zu den Anträgen zu gewährleisten, wurden die Anträge heute persönlich überstellt und bei dieser Gelegenheit Fragen beantwortet. Es besteht noch immer Bedarf an Informationen für Betroffene, die ausschließlich die Zeitung als Informationsquelle nutzen. 

 

Die Höhe der Anerkennungszahlungen

Die Weiterentwicklung zur Anerkennung des Leids sieht vor, sich an dem Niveau gerichtlicher Schmerzensgeldentscheidungen zu orientieren. Darüber hinaus wollte man sich am "oberen Bereich" dieser gerichtlichen Entscheidungen orientieren. Die entsprechenden Tabellen sollen laut Bischof Ackermann / Bischof Bätzing bis etwa 50.000 € reichen. In Einzelfällen könnten aber auch höhere Leistungen möglich sein. Diese Tabellen wurden bisher noch keinem der Betroffenenbeiräte oder Betroffeneninitiativen vorgelegt. Nach einer kleinen Recherche findet man jedoch unter der Homepage der Anwaltskanzlei Lattdorf (https://www.rechtsanwalt-lattorf.de/schmerzensgeldtabelle-vergewaltigung/) eine Tabelle, die auch höhere gerichtliche Schmerzensgeldentscheidungen aufführt:

50.000€ - 70.000€ + 100€ Mtl. Schwerste, wiederholte sexuelle Übergriffe bei Kindern
20.000€ - 50.000€ Schwerer sexueller Missbrauch über längeren Zeitraum
15.000€ - 30.000€ Mehrfacher sexueller Missbrauch mit Geschlechtsverkehr
  5.000€ - 10.000€ Sexueller Missbrauch mit Berührung des Geschlechtsteils, versuchter Geschlechtsverkehr, erzwungerner Oralverkehr
  5.000€ -   6.000€ Angstzustände durch sexuelle Nötigung

 

Persönliches Treffen mit Bischof Wilmer und Frau Fischer

Am 14.12.2020 traf sich die Betroffeneninitiative Hildesheim mit Hr. Bischof Wilmer und Fr. Fischer zu einem 2,5 stündigen Gespräch im Bischofshaus. In dem Gespräch ging es um viele noch offene und ungeklärte Fragen rund um die Anerkennung des Leids sowie die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauch im Bistum Hildesheim. Diverse Fragen konnten noch nicht abschließend geklärt werden, welche zum Teil mit der DBK im Anschluss besprochen wurden. Zu erwähnen bleibt, dass Betroffene noch nicht aktiv eingebunden werden und erst Anfang 2021 ein medialer Aufruf erfolgen wird, um den Betroffenenbeirat zu initiieren.

 

Zur Kunstaktion auf dem Domhof

154 Kerzen standen am 18.11.2020 rund um den Dom bereit, um an die (bisher) bekannten Opfer sexualisierter Gewalt durch Priester des Bistums Hildesheim zu erinnern und um die Verantwortlichen zu mahnen.
Neben vielen weißen Kerzen waren auch etliche rote darunter, die zum Gedenken an die bereits Verstorbenen aufriefen.

Doch fast schon symbolisch für die Missstände und Schwierigkeiten in der Aufarbeitung der Verbrechen bliesen heftige Windböen die Kerzen wieder aus, kaum dass sie durch Jens Windel und seine Mitstreiter*innen entzündet worden waren.

Positiv jedoch war die Resonanz, auf die die Aktion trotz der Kälte und der Corona-Einschränkungen stieß:
Etliche Betroffene, Pressevertreter, Mitglieder des bischöflichen Beraterstabes, Passanten und der Generalvikar kamen miteinander ins Gespräch.

Fragen der Schuld, sei es durch die Taten selbst, durch aktive Ignoranz oder durch die Ermöglichung neuer Missbrauchstaten durch „schweigende Versetzungen der Täter“, Fragen der Aufarbeitung der Vergangenheit und Fragen der Beteiligung und Unterstützung der Betroffenen und des Umgangs mit den Betroffenen seitens des Bistums wurden intensiv diskutiert.

Es bleibt unsererseits zu hoffen, dass die propagierten Ziele „Aufklärung“, „Aufarbeitung“, „Unterstützung“ und „Zusammenarbeit“ nicht nur medienwirksame Worthülsen bleiben, sondern sich wirkmächtig in den Taten der Verantwortungsträger widerspiegeln werden!

 

Spende für den Guten Hirt "Sozialer Mittagstisch"

Besucher der Betroffeneninitiative und der Abendmesse im Dom konnten sich nach der Kunstaktion auf dem Domhof, gegen eine freiwillige Spende, Kerzen für die Gräber mitnehmen. Obwohl mit mehr Abnehmern gerechnet wurde, da der Totensonntag unmittelbar bevor stand, konnten nur eine Handvoll Kerzen ihren Besitzer wechseln. Es kamen aber immerhin 30 EUR zusammen, die dem Guten Hirt übergeben wurden und vielleicht etwas helfen können.

 

Ankündigung: Kunstaktion auf dem Domhof

Am 18.11.2020 soll am Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs an alle Opfer erinnert werden.

Ab 17 Uhr soll für jedes Opfer eine Kerze entzündet werden. Ein kleiner überdachter Infostand  steht bereit und freut sich über rege Beteiligung.

Gerne stehe ich Ihnen auch für Fragen zur Verfügung. 

 

DBK Herbstversammlung in Fulda 22.09.2020

Die Initiativen haben sich ebenfalls besprochen.

 

 

Präventionsprojekt 2020/2021 Kinderbuch

Ich konnte zwei bekannte Persönlichkeiten für ein neues Projekt gewinnen: Eine bekannte Autorin und Künstlerin sowie einen ebenso erfolgreichen Künstler und Maler. Im Rahmen der Prävention ist ein Kinderbuch mit ansprechenden Zeichnungen (voraussichtlich Aquarelle) geplant. Die Geschichte soll Kindern Mut machen, sich jemanden anzuvertrauen, und für Grenzüberschreitungen sensibilisieren. Beide Künstler waren sofort Feuer und Flamme. 

 

ZDK Präsident Thomas Sternberg im Medienhaus des Bistums Münster 22.01.2020

"Der Synodale Weg mischt sich nicht in die Anerkennung ein"